Beilagen in Zeitschriften: Besonderheiten, Herausforderungen und zukünftige Trends

Wissenschaftliche Zeitschriften sind die wichtigste Informationsquelle, wenn es um den neuesten Stand medizinischer Erkenntnisse geht, und Beilagen sind ein wesentlicher Bestandteil dieser Publikationen. Wenn Zeitschriften eine Sammlung von Artikeln zu einem bestimmten Thema – z.B. zu einer bestimmten Krankheit, einem wenig erforschten Gebiet oder einer speziellen Behandlungsmethode – separat veröffentlichen möchten, entscheiden sie sich oft für eine Beilage. Beilagen sind Sonderausgaben, die unabhängig von den regulären Zeitschriftenausgaben veröffentlicht werden.

Zur Erstellung einer Beilage können die verantwortlichen Redakteure entweder einen sogenannten Call for Papers – also einen Aufruf zur Einreichung von Beiträgen – mit dem Themenschwerpunkt des Sonderhefts ausrufen oder die Artikel bei Pharmaunternehmen oder Forschungsgruppen in Auftrag geben. Alternativ können sich Unternehmen aus der Wirtschaft, wie beispielsweise Pharmaunternehmen, ihrerseits an Zeitschriften wenden, um bestimmte Forschungsthemen in einer Beilage zu veröffentlichen.1 Diese Beilagen werden entweder direkt vom Herausgeber der Zeitschrift bearbeitet oder von einem Gastredakteur, der mit der Abwicklung der Veröffentlichung betraut wird. Beilagen sind redaktionell unabhängig und werden – ebenso sorgfältig wie reguläre Zeitschriftenausgaben – einem Peer Review unterzogen. Mit anderen Worten kann man, ungeachtet von der Art der Finanzierung, erwarten, dass Beilagen die gleichen ethischen und redaktionellen Standards erfüllen wie andere Publikationen.

Die wichtigsten Vorteile von Veröffentlichungen in Beilagen

Maßgeschneiderte Publikationen in Form von Zeitschriftenbeilagen bieten eine ganze Reihe von Vorteilen – sowohl für die Pharmaindustrie, als auch für die Zeitschriften. Beilagen konzentrieren sich auf Themen oder Themengebiete, die für Pharmaunternehmen von besonderem Interesse sind. Sie bieten viel Spielraum und den Vorteil einer zeitnahen Veröffentlichung. Viele Fachzeitschriften werden mit Einreichungen von Beiträgen geradezu überflutet. Beilagen ermöglichen es, auch die Artikel zu veröffentlichen, die nicht in reguläre Ausgaben passen, und das in einer optimal auf die Zielgruppen abgestimmten Art und Weise.

Nicht jede Zeitschriftenausgabe bietet den passenden Rahmen für die Zusammenstellung von Inhalten zu einem bestimmten Thema, z.B. für eine ausführliche Berichterstattung über eine Veranstaltung oder Konferenz, eine Diskussion über ein neues Medikament oder eine neue Behandlungsmethode. Beilagen stellen aufgrund ihrer Schwerpunkte und der Bekanntheit der Zeitschriftenplattform eine exzellente Alternative dar. Sie sind gezielt auf ein bestimmtes Thema ausgerichtet und erhalten dadurch eine hohe Aufmerksamkeit. Dies kommt den Pharmaunternehmen zugute, da es die Relevanz, Wirkung und Reichweite ihrer Publikationen verstärkt. Gleichzeitig dient es aber auch dem Ansehen und dem Markenwert der Zeitschrift, da die Aufmerksamkeit auf Sonderthemen gelenkt wird, die für die Leser von besonderem Interesse sind.

Beilagen sind ein wesentlicher Bestandteil der wissenschaftlichen Literatur. Daher werden Artikel aus Beilagen in Datenbanken wie PubMed und Google Scholar genauso indiziert, wie die Artikel der übergeordneten Zeitschrift. Artikel, die in Beilagen veröffentlicht werden, können laut einer Studie2 genauso oft oder sogar häufiger zitiert werden als Beiträge in regulären Zeitschriftenausgaben. Solange sich Pharmaunternehmen für die richtige Zeitschrift entscheiden3, können Beilagen kompakte und leistungsstarke Informationspakete sein, die potenziell schneller veröffentlicht werden und gleichzeitig alle Vorteile einer traditionellen Publikation bieten. Durch große Reichweiten helfen Zeitschriften den Sponsoren, ihre wichtigsten Zielgruppen auch tatsächlich zu erreichen. Im Gegenzug bieten die Beilagen den Zeitschriften die Möglichkeit, ihre Leserschaft zu erweitern und mit den Zielmärkten des Sponsors in Kontakt zu kommen. Die Veröffentlichung von Beilagen bietet daher sowohl den Sponsoren als auch den Zeitschriften zahlreiche Vorteile.

Sicherstellung der Qualität und Integrität von Beilagen

Aufgrund der finanziellen Unterstützung, die Beilagen erhalten, kann es vorkommen, dass ihr Inhalt anders wahrgenommen wird, z.B. als von Sponsoren beeinflusste Berichterstattung, dass es an Transparenz zu mangeln scheint oder dass der Eindruck entsteht, die Artikel würden nicht so streng geprüft wie bei regulären Ausgaben.4 Renommierte Zeitschriften werden selbstverständlich immer danach streben, die gleichen Maßstäbe für die Veröffentlichung von Beilagen anzuwenden, die auch für alle anderen Publikationen des Verlages gelten.

Um Bedenken hinsichtlich ethischer Standards und Transparenz auszuräumen, wird von medizinischen Autoren erwartet, dass sie die Richtlinien der Good Publication Practice (GPP3) achten, unabhängig davon, ob eine Publikation finanziell gefördert wird.5 Diese Richtlinien empfehlen Journalisten und medizinischen Autoren, den Grundsätzen für Veröffentlichungen zu folgen, die im Einklang mit den sechs Grundprinzipien der GPP3 sind: Integrität, Transparenz, Vollständigkeit, Genauigkeit, Verantwortlichkeit und Verantwortung.

Zeitschriften achten in der Regel auf den guten Ruf ihrer Beilagen, da sie den Markennamen der Zeitschrift tragen und Teil der Publikationsreihe sind.6 Es wird erwartet, dass sich Beilagen an die Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE) halten7, um sicherzustellen, dass die Berichterstattung ethisch und korrekt ist. Gemäß diesen Richtlinien wird von den Herausgebern von Zeitschriften erwartet, dass sie die Verantwortung für alle Aspekte der Beilage übernehmen, einschließlich der Offenlegung von Finanzierungen, Interessenkonflikten und Autorenschaft. Darüber hinaus dürfen keine Gefälligkeiten von Sponsoren angenommen werden. Die Einhaltung empfohlener Richtlinien und redaktioneller Standards – sowohl durch die Autoren als auch durch die Zeitschriften – werden vorausgesetzt. Diese professionelle Vorgehensweise trägt wesentlich dazu bei, Bedenken hinsichtlich der Qualität und Glaubwürdigkeit von Beilagen auszuräumen oder zu verringern.

Beilagen im digitalen Zeitalter

Der rasante Wandel in der Art, wie Wissen heute konsumiert wird8 sowie die zunehmende Nutzung von Online-Medien und Social-Media-Kanälen durch Forscher und Gesundheitsexperten veranlassen die Zeitschriften, zunehmend digitaler zu werden. Die Digitalisierung bietet Zeitschriften zahlreiche Möglichkeiten, z.B. häufiger zu veröffentlichen und ein größeres Publikum zu erreichen. Beilagen in Online-Zeitschriften können es Pharmaunternehmen so ermöglichen, ihre Reichweite zu erhöhen und die Bindung ihrer Zielgruppen zu festigen.

Mit dem Wissen, wie Gesundheitsexperten und andere Fachleute heutzutage Inhalte konsumieren9, sollten Zeitschriften und Pharmaunternehmen eingehend Social-Media-Kanäle studieren, damit sie den Inhalt ihrer Beilagen optimal an die relevanten Zielgruppen und Märkte weitergeben können. Darüber hinaus erhöhen visuelle Elemente die Attraktivität und die Reichweite von Beilagen. Interaktive Inhaltsformate wie visuelle und grafische Abstracts, Infografiken und Zusammenfassungen werden auf Social Media-Plattformen gerne geteilt und verbreitet. Viele Gesundheitsexperten, die zeitlich meist stark eingebunden sind, nutzen diese leicht zugänglichen und gut verständlichen Informationshäppchen. Es steht außer Frage, dass zusätzliche multimediale Inhalte die Online-Präsenz einer Beilage aufwerten und so zu einer größeren Reichweite beitragen.

Die Zukunft von Beilagen

Beilagen spielen zunehmend eine entscheidende Rolle bei der Wissensvermittlung und der Steigerung des Engagements zwischen einer Zeitschrift und ihrem Zielpublikum. Durch die gezielte Auswahl relevanter Artikel können sich Zeitschriften in einer Beilage auf drängende Fragen und Themen konzentrieren, wie z.B. auf weniger beachtete Forschungsbereiche. Sie können auch ein Bewusstsein für eine bestimmte Maßnahme oder eine Krankheit schaffen. Angesichts der möglichen Auswirkungen liegt die Veröffentlichung einer Beilage in den Händen erfahrener Zeitschriftenredakteure.

Um die Reichweite von Beilagen zu erhöhen, müssen Zeitschriften strategisch vorgehen und ansprechende Mehrwerte bieten, z.B. interaktive Inhaltsformate und eine attraktive Darstellung von Informationen. Diese Vorgehensweise erhöht das Interesse der Zielgruppen und verbessert so die Präsenz von Beilagen auf Social Sharing-Plattformen.

Zeitschriftenbeilagen können das perfekte Medium für Pharma-Sponsoren sein, um Gesundheitsexperten und Forscher über spezifische Themen zu informieren. Beilagen sind eine optimale Plattform, wenn es darum geht, die relevanten Zielgruppen und Märkte zu erreichen. Darüber hinaus bieten diese Sonderhefte alle Vorteile einer Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift, wie z.B. erstklassiges Peer Review und eine Datenbank-Indexierung. Beilagen sind daher nicht nur zitierfähig und leicht auffindbar, sondern vor allem eine zuverlässige Informationsquelle.

Fazit: Angesichts der Stärken und Vorteile und des immensen Potenzials, das die Digitalisierung bietet, können Beilagen ein überaus wertvoller Kanal für Zeitschriften und die Pharmaindustrie sein – mit einer enormen Reichweite und einer hohen Zielgruppenbindung.

Laden Sie unsere Infografik „Zeitschriftenbeilagen“ herunter, und erfahren Sie mehr über die zahlreichen Möglichkeiten, Funktionen, Vorteile und Trends, die Ihnen eine Beilage bietet.

Quellenangaben

  1. Guide to Publishing Special Issues https://authorservices.wiley.com/editors/editorial-office-guidelines/special-issues.html
  2. Citability of Original Research and Reviews in Journals and Their Sponsored Supplements https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2844430/
  3. Maximize Your Study’s Visibility by Choosing the Right Journal https://corporatesolutions.wiley.com/maximize-your-studys-visibility-by-choosing-the-right-journal/
  4. The Role of Sponsored Supplements in a Peer-Reviewed Journal https://academic.oup.com/asj/article/32/2/245/216677
  5. GPP3 Guidelines ismpp.org/gpp3
  6. Should Medical Journals Publish Sponsored Content? http://www.bmj.com/bmj/section-pdf/752708?path=/bmj/348/7947/Head_to_Head.full.pdf
  7. ICMJE Guidelines – Supplements, Theme Issues, and Special Series http://www.icmje.org/recommendations/browse/publishing-and-editorial-issues/supplements-theme-issues-and-special-series.html
  8. Physicians Still Rely on Medical Journals but Turn to the Web When They Have Only 10 Minutes http://www.mmm-online.com/media-news/physicians-still-rely-on-medical-journals-but-turn-to-the-web-when-they-have-only-10-minutes/article/573623/
  9. Helping HCPs Access Trusted Content They Need https://corporatesolutions.wiley.com/helping-hcps-access-trusted-content-they-need/

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